Magen-Darm-Grippe

Norovirus: Ein ungebetener Gast

Von Katja Müller · 2016

Mutter wäscht mit ihrem Kind die Hände. Ein guter Schutz gegen Bakterien. Thema: Magen-Darm-Grippe
Regelmäßiges Händewaschen ist der beste Schutz vor einer Infektion.

Der Winter hat durchaus seine schönen Seiten: Schnee, Glühwein, funkelnde Weihnachtsbeleuchtung überall. Doch mit der Kälte gehen immer wieder auch Krankheitswellen einher, die unsere Vorfreude auf die Feiertage trüben. Derzeit machen insbesondere Brechdurchfall verursachende Noroviren von sich reden.

Wenn sie zuschlägt, geht oft nichts mehr: die Magen-Darm-Grippe, im Fachjargon Gastroenteritis genannt. Wir fühlen uns schwach, machen das Badezimmer zu unserem zweiten Zuhause und hoffen, dass es schnell vorbeigeht. Nicht selten sind Noroviren schuld an unserem Elend. Wer sich mit ihnen infiziert, leidet meist unter schwallartigem, heftigem Erbrechen, starken Durchfällen, Übelkeit, Schmerzen, erhöhter Temperatur und Mattigkeit. Diese Viren sind für einen Großteil aller nicht bakteriell bedingten Gastroenteritiden bei Erwachsenen verantwortlich. Allein 2015 wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) 89.045 Fälle gemeldet. Vor allem Kinder unter fünf und Senioren über 70 Jahre sind betroffen.

Magen-Darm-Grippe: Hygiene ist das A und O

Noroviren sind hochansteckend. Wenn ein Erkrankter die Erreger über den Stuhl oder das Erbrochene ausgeschieden hat, können kleine Partikel an Sanitäreinrichtungen oder Händen zurückbleiben. So verbreitet sich das Virus rasch über unseren Kontakt mit kontaminierten Gegenständen und Lebensmitteln. Die Inkubationszeit beträgt etwa sechs bis 50 Stunden. Eine Impfung gibt es bislang nicht, gründliche Hygiene – wie etwa regelmäßiges Händewaschen – kann jedoch vorbeugen. In Krankenhäusern sollte bereitstehendes Desinfektionsmittel genutzt werden. Besondere Vorsicht gilt, wenn es Familienmitglieder oder Mitbewohner getroffen hat. Hier kann es helfen, Abstand zu halten, Einweghandschuhe zu tragen, Flächen zu reinigen und Textilien bei mindestens 60 Grad zu waschen.

Flüssigkeitsverlust ausgleichen

Wer sich trotzdem ansteckt, sollte Ruhe bewahren. Meist ist der Spuk nach zwölf bis 48 Stunden vorüber. Todesfälle gibt es eher selten, die Letalität lag laut RKI zuletzt bei 0,02 Prozent. Doch durch den Brechdurchfall verliert der Körper Flüssigkeit und Elektrolyte. Zum Ausgleich sollten Erkrankte und insbesondere Kinder viel Wasser und Tee trinken. Auch leicht verdauliche Lebensmittel wie etwa Zwieback können helfen. Im Zweifel kommen auch spezielle Präparate wie Elektrolytlösungen aus der Apotheke oder Mittel gegen Durchfall und Erbrechen infrage. Bei Letzteren ist jedoch unbedingt die Packungsbeilage zu studieren, auf die richtige Dosierung zu achten und im Zweifel Rücksprache mit dem Hausarzt zu halten. Auch bei schweren Fällen, vor allem bei Kleinkindern, Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, sollte dieser hinzugezogen werden. Denn ihnen kann der Flüssigkeitsverlust gefährlich werden, unter Umständen ist sogar ein Krankenhausaufenthalt notwendig.

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