Verdauung

Ohne Probleme durch die Weihnachtszeit

Von Tobias Lemser · 2016

Der Verdauungstrakt spielt eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden. Denn er filtert Nährstoffe, reguliert den Wasserhaushalt und schützt vor Krankheitserregern. Essen wir zu viel oder ungesund, können Verstopfung, Blähungen oder Sodbrennen die Folge sein. Doch wie können wir das – gerade zur Weihnachtszeit – verhindern und was hält unser Verdauungssystem in Schwung?

Im Büro die frischgebackenen Vanillekipferl der Kollegin. Auf dem Adventsmarkt Glühwein, Würstchen und Spritzgebäck. Obendrein jagt eine Weihnachtsfeier die nächste. Die kulinarischen Höhepunkte kennen derzeit kein Ende. Kein Wunder, dass unser Magen und die Verdauung irgendwann rebellieren. Und dabei steht das Weihnachtsfest mit Gänsebraten, Christstollen und Co. erst noch vor der Tür.

Mit Maß, ohne Verzicht

Doch wie kann man Verdauungsprobleme vermeiden, ohne auf den einen oder anderen Gaumenschmaus verzichten zu müssen? Das Gute vorweg: Schlemmen ist durchaus erlaubt – allerdings in Maßen und unter der Bedingung, ebenso reichlich Obst, Gemüse und Getreideprodukte aufzutischen. Die darin enthaltenen Ballaststoffe sind gerade bei Verstopfung besonders wirkungsvoll. In Verbindung mit reichlich Flüssigkeit erhöhen sie das Darmvolumen und somit den Dehnungsreiz auf die Darmwand. Ganz nebenbei fördern Ballaststoffe eine gesunde Darmflora und halten lange satt. Um die Verdauung anzuregen, kann auch zu Trockenobst gegriffen werden. Es enthält besonders viele wertvolle Mineralstoffe.

Ganz schön bitter

Aber auch Bitterstoffe geizen nicht mit positiven Eigenschaften, gerade wenn es darum geht, üppige Mahlzeiten zu verdauen. Klassische Vertreter bitterer Gemüsesorten sind Rucola, Endivie, Radicchio, Rosenkohl oder Artischocken. „Der bittere Geschmack regt den Speichelfluss an, fördert die Ausschüttung von Verdauungssäften und aktiviert die Magen-Darm-Bewegungen“, erklärt Sabine Hülsmann von der Verbraucherzentale Bayern. Ähnliches gilt für Chicorée, der den Bitter­stoff Intybin enthält. Dieser bringt nicht nur die Magensaft-Sekretion, sondern ebenso den Gallefluss und die Fett­verdauung in Schwung. Ganz abgesehen davon, dass Bitterstoffe – wie wissenschaftliche Studien belegen – die Stimmung aufhellen und die Wintermüdigkeit besiegen. Zumeist vergehen Bauchschmerzen und Blähungen von ganz allein. Wer dennoch vermehrt mit unangenehmen Darmwinden zu kämpfen hat, kann diese etwa mit Kümmeltee vertreiben.

Bewegung und viel Wasser

Zwickt und zwackt es im Bauchraum, kann auch ein träger Darm dahinterstecken. Da hilft nur eines: sich viel bewegen und Sport treiben. Ein geeignetes Mittel auch für die Weihnachtsfeiertage, wenn der Gänsebraten quer im Magen liegt. Bereits ein kleiner Spaziergang reicht aus, um dem Magen-Darm-Trakt schnell wieder auf die Sprünge zu helfen. Gut zu wissen: Unsere Verdauung macht auch schlapp, wenn wir zu wenig trinken. Denn Wasser transportiert viele Substanzen und ist an zahlreichen Prozessen im Organismus beteiligt. Ideal sind ungesüßte Kräuter- und Früchtetees genauso wie Mineralwasser. Wer von kohlensäurehaltigem Wasser einen aufgeblähten Bauch bekommt oder stark aufstoßen muss, sollte besser zur stillen Variante greifen. Doch wie viel Flüssigkeit braucht unser Körper? Seit Jahren predigen Gesundheitsexperten, eineinhalb bis zwei 
Liter Flüssigkeit zu trinken – was eine australische Studie um den Wissenschaftler Michael Farrell nun hinterfragte. Fazit des Forschers: Es reicht, nur dann zu trinken, wenn wir Durst haben. Sobald beim Trinken der Schluckreflex gehemmt wird – es mir also schwerfällt, die Flüssigkeit herunterzuschlucken – ist der Körper bereits ausreichend mit Wasser versorgt. Allerdings gelte die Regel nur für gesunde Menschen. Senioren, Kinder oder manche chronisch Kranke, die kein richtiges Durstgefühl entwickeln, sind davon ausgenommen.

Risiken für den Darm

Und worauf kann das Verdauungssystem verzichten? Klare Antwort: Auf Zigaretten und Alkohol. Denn Alkohol und seine Abbauprodukte greifen die Darmwand an und schädigen die Zellen. Weitere Folgen: Der Verdauungsprozess verlangsamt sich und das Risiko für eine Krebserkrankung steigt. Nicht zuletzt deshalb sollten wir uns nur gelegentlich ein Gläschen Alkohol genehmigen.

Ähnliches gilt für rotes Fleisch. Wer täglich Rind, Schwein, Wurst oder Schinken zu sich nimmt, erhöht nicht nur sein Risiko für die Entstehung von Krebs, sondern auch für Herzinfarkt und Schlaganfall. Pro Woche sollten daher nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurstwaren auf dem Speiseplan stehen – schwer vorzustellen, diese Vorgabe gerade jetzt in der Weihnachtszeit einzuhalten. Aber das neue Jahr kommt ganz bestimmt.

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