Komplementärmedizin bei CED

Von Nadeln und Kräutern

Von Tobias Lemser · 2018

Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) sind auf Medikamente angewiesen – und das oft ein Leben lang. Viele Patienten schauen sich daher nach alternativen Behandlungsmethoden um. Manche können zur Stärkung des Wohlbefindens und Linderung leichter Symptome beitragen. Von einer Behandlung in Eigenregie sollte jedoch die Finger gelassen werden.

Getrocknete Kamillenblüten und Kamillentee

Wer kennt sie nicht, die unangenehmen Begleiterscheinungen, die mit unserer täglichen Verdauung einhergehen können: Bauchschmerzen, Magenkrämpfe oder Durchfall. Symptome, die zumeist spätestens nach etwas Schonkost wieder verschwinden. 

Und was, wenn doch eine ernsthafte Krankheit dahintersteckt? Beispiel chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Mehr als 420.000 Menschen leiden Krankenkassenstudien zufolge an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, bei denen in unterschiedlicher Ausprägung die Schleimhautschichten im Darm entzündet sind. Die Folge sind Bauchkrämpfe und unzählige Stuhlgänge, die bei der Colitis ulcerosa auch blutig-schleimig sein können.

Quelle: IfD Allensbach, 2017

Alternativen zur Schulmedizin

Da beide Erkrankungen nicht heilbar sind, liegt der Fokus darauf, zumindest die Beschwerden bestmöglich einzudämmen. Zwar gelingt dies glücklicherweise dank verschiedener Medikamente wie Immunsuppressiva und Antikörper immer häufiger, allerdings wird bei vielen Patienten der Wunsch nach komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden immer größer. Beispielhaft hierfür sind verschiedene Naturheilverfahren, die traditionelle chinesische Medizin, die Ernährungstherapie oder auch homöopathische Verfahren. Gerade bei Menschen mit leichten bis mittelschweren Verläufen kann die Komplementärmedizin Beschwerden lindern. Auf diese Weise die Stuhlfrequenz zu verringern und durch geringere Schmerzen ein besseres allgemeines Wohlbefinden zu haben, ist für viele Betroffene bereits ein riesiger Fortschritt. Beispiel Pflanzenstoffe: Sie spielen vor allem durch ihre anti-entzündliche Wirkung eine wichtige Rolle. Wie mehrere Studien belegen, können bestimmte pflanzliche Präparate, so etwa eine Mischung aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle, gerade für CED typische wiederkehrende Schübe hinauszögern. Auch Akupunktur zeigte Untersuchungen zufolge eine positive Wirkung: Manche Patienten benötigten mithilfe der Nadeln im akuten Schub weniger Medikamente.

Ärztemeinung unverzichtbar

Fakt ist: Sämtliche komplementärmedizinischen Konzepte sind – insbesondere bei schweren Verläufen – kein Ersatz für eine medikamentöse Behandlung. Und: Nicht jede angepriesene Methode eignet sich zur Behandlung von CED und um kostspielige Therapien, die mit einem Heilversprechen verbunden sind, sollte man einen großen Bogen machen. Sie sind alles andere als seriös. Daher gilt: keine Alleingänge wagen und sich stets mit dem behandelnden Gastroenterologen absprechen. 

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