Sodbrennen und Protonenpumpenhemmer

Sauer macht krank

Von Nadine Effert · 2018

Weinglas wird mit Rotwein gefüllt. Thema: Sodbrennen und Protonenpumpenhemmer

Sei es nach einem üppigen Essen, Alkoholgenuss oder erhöhtem Stresspegel – die Quittung folgt bei vielen Menschen prompt in Form von unangenehmem Sodbrennen. Was viele nicht wissen: Die Einnahme von Säureblockern ist nicht unbedenklich und hinter dem brennenden Schmerz kann auch eine ernsthafte Krankheit stecken.

Wenn sich das Feuer hinter dem Brustbein die Speiseröhre hinauf entfacht, wissen Betroffene schnell, was dahinter steckt: Sodbrennen, unter dem mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung regelmäßig leidet. Um die fiesen Symptome schnell wieder loszuwerden, liegt der Griff zu sogenannten Antazida oder Protonenpumpeninhibitoren (PPI) nahe, die es auch rezeptfrei in der Apotheke gibt. Doch Vorsicht: Die wirksamen PPI sind nur eingeschränkt zu empfehlen. 

Protonenpumpenhemmer: nicht unterschätzen

Bei Einnahme über einen langen Zeitraum steigt das Risiko für Nierenversagen, Leberschäden und Knochenbrüche. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2017 kam zu dem Schluss, dass die Säureblocker das Risiko für Magenkrebs verdoppeln. Untersucht wurde dabei der Zusammenhang mit dem Magenkeim Helicobacter pylori. Und eine im „British Medical Journal“ veröffentlichte Untersuchung unter 500 PPI-Langzeit-Anwendern warnt sogar vor einem erhöhten Sterberisiko. Von einer langfristigen Selbstmedikation raten Experten daher ab. Wer regelmäßig über einen längeren Zeitraum als drei Wochen Sodbrennen hat, der sollte ohnehin einen Arzt aufsuchen. Zumal die Einnahme verschleiern kann, dass das Sodbrennen eine andere Ursache hat: nämlich das Vorhandensein einer funktionalen Störung des Magen-Rachen-Schließmuskels.

Achtung Krebsgefahr 

Der ständig aufsteigende Magensaft führt zu Schleimhautentzündungen und kann krankhafte Gewebeveränderung in der Speiseröhre verursachen, Barrett-Ösophagus genannt. Es gilt als Vorstufe zum Speisenröhrenkrebs. Laut neueren Studien ist auch die Gefahr für Rachen- und Kehlkopfkrebs durch die Reflux-Krankheit erhöht. In der Regel hilft nur eine OP, wie die Fundoplikatio, bei der eine aus dem oberen Teil des Magens gebildete Manschette um den unteren Teil des Schließmuskels gelegt wird. Eine flexible Alternative ist ein Ring, der um die Speiseröhre gelegt wird. Nur beim Schlucken öffnen sich dessen Kugeln, genauso wie sich der Ring bei hohem Druck weitet, um Aufstoßen oder Erbrechen zu ermöglichen. Ziel ist es, ohne Medikamente und deren Nebenwirkungen dauerhaft vom Sodbrennen befreit zu sein.

Drei Hausmittel bei akutem Sodbrennen

  • Zwei Liter pro Tag und am besten Wasser mit einem hohen Anteil an Hydrogencarbonat (HCO3), etwa 1.300 Milligramm pro Liter, trinken. Es hat eine säureneutralisierende Wirkung und hilft dem Körper, die Säure-Basen-Balance aufrechtzuerhalten.

  • Ein bis zwei Esslöffel Haferflocken essen. Der Brei, der im Mund entsteht, befördert den Magensaft langsam wieder herunter. 

  • Den Oberkörper beim Schlafen höher lagern. Das erschwert das Zurückfließen der Magensäure.

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