Darmprobleme

Der Darm als Dauerpatient

Von Milena Kleffel · 2018

Eine Frau legt ihre Hände auf ihren Bauch. Thema: Darmprobleme

Diagnose Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa: für viele Menschen ein echtes Schreckgespenst, aber gleichzeitig eine Erleichterung. Endlich zu wissen, was hinter den stark beeinträchtigenden Magen-Darm-Beschwerden steckt, ermöglicht eine Therapie und somit Linderung der Symptome. Was Patienten hilft und was es Neues aus der Forschung zu berichten gibt.

Starke Bauchschmerzen und Krämpfe, Fieber, langanhaltende schwere Durchfälle, Blut im Stuhl oder allgemeine körperliche Schwäche – chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) zeigen sich in sehr unterschiedlichem Gewand. Die nicht eindeutig zuzuordnenden Symptome, die in der Regel erstmals wischen dem 15. und 35. Lebensjahr auftreten, erschweren die Diagnose. Auch die Tatsache, dass die in Schüben auftretende chronische Erkrankung sich oft nicht nur im Verdauungstrakt bemerkbar macht, sondern beispielsweise auch in Form von Entzündungsreaktionen an Gelenken oder Augen. Nicht selten haben Betroffene eine jahrelange Odyssee von einem Arzt zum nächsten hinter sich, bis sie die Diagnose CED erhalten.

Keine Heilung möglich

Die häufigsten Vertreter sind der Morbus Crohn, der den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After befallen kann, und die Colitis ulcerosa, die hauptsächlich den Enddarm betrifft. Allein in Deutschland sind über 320.000 Menschen an einer dieser beiden Darmentzündungen erkrankt – Tendenz steigend. Frauen und Männer sind in etwa gleich häufig betroffen. Die Ursachen für die Entstehung der CED sind nicht geklärt. Die Kombination aus genetischer Veranlagung und gewissen Umweltfaktoren scheint jedoch zu einer gestörten Barrierefunktion der Darmschleimhaut zu führen. Dadurch können sich Darmbakterien auf der Darmwand ansiedeln und eine heftige Immunreaktion auslösen.

Darmprobleme: Breites Behandlungsspektrum 

Zur Behandlung stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die das überschießende Immunsystem regulieren. Wichtigste Vertreter sind Kortison, Immunsuppressiva sowie gentechnisch hergestellte Biologika. Sie sorgen häufig dafür, dass Betroffene nahezu beschwerdefrei sind, auch wenn eventuelle Nebenwirkungen in Kauf genommen werden müssen. Als letztes Glied in der Behandlungskette kann auch eine operative Therapie sinnvoll sein – in Form einer Entfernung von Darmanteilen oder einer Anlage eines künstlichen Darmausganges.

Vielversprechend scheint die Behandlung mit einer neuen Generation von Probiotika zu sein, zumindest im Mäuseversuch. Zum Beispiel das Bakterium „Bacteroides fragiles“, ein Teil der natürlichen Darmflora des Menschen. Es kann Darmzellen offenbar zur Bildung von antientzündlichen Stoffen anregen. Immer wiederkehrende oder sogar dauerhafte Therapien sind für Betroffene zwar mühsam, ermöglichen aber, über lange Zeit ein weitgehend beschwerdefreies normales Leben zu führen.

Tag der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen am 19. Mai

Der „World IBD Day“ rückt jährlich am 19. Mai die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in den Fokus. Der Tag im Zeichen der nicht heilbaren Krankheiten soll für Aufklärung sorgen und ein Bewusstsein für Betroffene schaffen. Mehr Informationen unter: www.worldibdday.org

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