Reflux-Attacken

Gesunde Ernährung bekämpft Sodbrennen

Von Katharina Lehmann · 2021

Es drückt im Magen, brennt in der Speiseröhre und schnürt die Kehle zu – Sodbrennen kennt jeder. Vor allem üppige ungesunde Mahlzeiten lassen die Magensäure in die Speiseröhre aufsteigen. Doch auch falsche Getränke verursachen den Reflux.

Frau hält sich die Brust. Thema: Sodbrennen
Foto: iStock/ eggeeggjiew

Jeder fünfte Deutsche leidet regelmäßig an Sodbrennen, auch Reflux genannt. Knapp eine Million Menschen schlucken gar fast täglich Magensäurehemmer. Dabei ließe sich Sodbrennen auch ohne Medikamente bekämpfen – und das sogar nachhaltig. So zeigte eine Untersuchung der Harvard Medical School in Boston unter 43.000 Frauen im Alter von durchschnittlich 52 Jahren, dass sich das Risiko für Reflux-Attacken halbierte, wenn die Patientinnen fünf Punkte beachteten: das Gewicht auf Normalmaß reduzieren, das Rauchen aufgeben, mindestens 30 Minuten Bewegung pro Tag, eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen, wenig Zucker und rotem Fleisch und der Verzicht auf koffeinhaltige Getränke und vor allem Softdrinks. „Dieser Befund unterstützt die Bedeutung von Lebensstilveränderungen bei der Reflux-Therapie“, resümiert Studienleiter Andrew Chan.

Lebensstil macht den Unterschied bei Reflux-Attacken

So reduziere ein BMI zwischen 18,5 und 25,0 das Risiko für Reflux-Beschwerden um 31 Prozent. Denn überschüssige Fettdepots drücken so auf den Magen, dass es dort zum Rückstau kommt. Zudem provozieren fettreiche Lebensmittel Sodbrennen, indem sie die Passage der Nahrung durch den Verdauungstrakt verzögern. Große Mengen an Zucker und Koffein lähmen dagegen den Ringmuskel zwischen Magen und Speiseröhre. Schließt dieser Muskel nicht mehr vollständig, kann Speisebrei zusammen mit Magensäure in den unteren Abschnitt der Speiseröhre zurück schwappen.

Zu den größten Mitverursachern des Sodbrennens zählen zudem Softdrinks. Denn die süßen Limonaden enthalten nicht nur Zucker, der den Schließmuskel der Speiseröhre lähmt, sondern auch Kohlensäure, die für eine zusätzliche Säurelast im Magen sorgt. Trinken sollten Sodbrennengeplagte dagegen kohlensäurefreies Wasser oder Kräutertees.

Doch regelmäßiges Wasser- oder Teetrinken hilft nicht nur dem Magen, sondern auch dem Darm: Mit ausreichend Flüssigkeit wird die Nahrung schneller und problemlos durch die Darmschlingen geleitet und ausgeschieden. Mangelt es dagegen an Flüssigkeit, entzieht der Körper dem Stuhl Wasser – es droht Verstopfung.

Mehr als unangenehm!

Ein chronischer Säurerückfluss kann mit der Zeit die Zellen der Speiseröhre zerstören. Diese durch Reflux verursachten Zellschäden erhöhten das Risiko eines Adenokarzinoms. So besteht bei Patienten mit starken Zellveränderungen ein Risiko von 25 Prozent, innerhalb von zehn Jahren ein Karzinom zu entwickeln.

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